Pfotenblitzer Bildbearbeitung


In der heutigen Zeit ist Bildbearbeitung bei den Fotografen ein großes Thema, bei dem es scheinbar zwei unterschiedliche Lager gibt. 

Die einen betrachten Bildbearbeitung als Werkzeug dafür, aus ihren Bildern ein Kunstwerk zu machen. Da gibt es dann keine Grenzen. Es wird eine Sonne da eingebaut, wo gar keine Sonne war. Die gesamte Vegetation wird braun gemacht und der Hund womöglich noch mit einem Effekt versehen, daß er fast wie gemalt erscheint. 
Bei vielen Bildern denke ich "WOW" - das sieht echt stark aus! 
Wenn ich mir dann aber den Vorher/Nachher-Vergleich anschaue, denke ich immer "Wenn das mein Hund wäre, würde mir das Bild nicht mehr gefallen, denn das im fertigen Bild ist ein toller Hund...aber nicht mehr meiner!" 

Ihr seht schon...ich zähle mich eher zu den anderen Tierfotografen, die mehr Wert auf Natürlichkeit legen ;-)

Jede Form der Bildbearbeitung hat natürlich ihre Fans! Und ich möchte die "Stark-Bearbeiter" auch gar nicht kritisieren oder gar herabwürdigen!! 
Sie machen eine tolle Arbeit! Keine Frage! 

Aber ich bin halt eher so der natürliche Typ. 

Ich mag es farbenfroh. Ich mag es hell. Ich mag das Sonnenlicht. Ich mag Blümchen, Blüten und grünes Gras. Ich mag die Natur so, wie sie ist. Und ich möchte die Natur in meinen Bildern so haben, wie sie ist. 

Das bedeutet nicht, daß ich nicht meine Bilder bearbeite! 
Das tue ich sehr wohl und das nimmt auch bei mir die meißte Zeit in Anspruch. 

Ich bearbeite meine Bilder zuerst in Lightroom bzgl. Kontrast, Helligkeit, Klarheit und nutze ggf. ein Preset. 
Dann schubse ich die Bilder rüber nach Photoshop und arbeite da mit Actions und Overlays, um Farben und Licht deutlicher rausarbeiten zu können. 

Natürlich mache ich das, was jeder Tierfotograf auch machen muß:
Leinen-Retusche, Fell säubern, Frauchens Arm und Herrchens Fuß rausretuschieren, den Mülleimer im Hintergrund wegstempeln, etc. 

Hier mal ein kleiner Vergleich:

Bei diesem Shooting mit ZEUS (siehe etwas weiter unten) war ich in diesem Moment nicht schnell genug. Ich versuche immer, es zu vermeiden, daß "Baumstämme aus dem Körper wachsen"...Ihr wißt, was ich meine ;-)
Ich wollte eigentlich noch schnell die Position ändern, drückte aber sicherheitshalber noch schnell ein Mal ab. Als ich dann anfing, weiter nach links zu robben, verstand Zeus das so, daß ich das Foto im Kasten hatte ;-) und stand auf. 
Ist der Fotograf selber schuld, wenn er nicht direkt richtig in Position liegt. Muß die Pfotenblitzerin halt noch etwas an sich arbeiten. 

Aber ich mag das Bild total gerne...nur dieser schmale Baumstamm....

Eigentlich wollte ich Zeus zwischen diesen Stämmen haben. Aber nicht so...

Also mußte der Baumstamm in Photoshop weichen. Außerdem wurde das Bild noch in Kontrast, Helligkeit, Tonwertkorrektur, Bildschnitt und Farbintensität bearbeitet. 

ZEUS:

Da das Shooting mit MAYA (hier unten im Bild) und Ilvy im Herbst stattfand, habe ich die Herbstatmosphäre ein bißchen mehr rausgearbeitet und das Licht der Sonne intensiviert. So, wie auch darüber im Bild mit Zeus.
Wir waren hier an der herbstlichen Sechs-Seen-Platte, aber an dieser Baumgabelung war es halt etwas sehr schattig, wodurch die Farben, die definitiv da waren, nicht ganz so stark rauskamen. Das habe ich dann in Lightroom und Photoshop gemacht. Bildausschnitt natürlich geändert und die Leine raus retuschiert. 
Aber:
Die Natürlichkeit des Hundes ist erhalten geblieben und auch die Natur habe ich nicht großartig verfälscht, sondern nur intensiviert. 

Beim Shooting selber versuche ich schon immer, darauf zu achten, wie mein Hintergrund ist, wo die Sonne steht, was ich im Vordergrund haben möchte, etc. 
Natürlich klappt das nicht immer so, wie man sich das vorstellt. Das ist mit Tieren auch gar nicht immer möglich. 

Aber das ist halt der Punkt, warum auch mal eine kleine Beginner-Session bei mir 2 Stunden dauern kann. Ich möchte einfach schon beim Fotografieren das Bild quasi so haben, wie ich es mir vorstelle.